Medizinische Infos
Orthomolekulare Medizin - Schwangerschaft

Vorsicht: Schwangerschaft und Zinkmangel
Wachstumsstörungen des Kindes bereits im Mutterleib

Zink ist für das Wachstum und die Entwicklung Heranwachsender von enormer Bedeutung. Als Bestandteil von mehr als 200 Enzymen ist dieses Element nicht nur maßgeblich an zahlreichen Stoffwechselprozessen, sondern auch an grundlegenden Vorgängen wie Zellteilung und Proteinsynthese beteiligt. Die Wichtigkeit dieses Spurenelementes für eine normale körperliche Entwicklung wurde bereits Anfang der sechziger Jahre erkannt. Beobachtungen an iranischen und ägyptischen Jugendlichen zeigten im Fall eines Zinkdefizites einen verminderten Wuchses (Zwergwuchs) und eine verzögerte sexuelle Reifung.

Während der Schwangerschaft kommt es nicht selten zu einem Abfall der Plasma-Zinkkonzentration. Der Serumzinkgehalt von schwangeren Frauen fällt im zweiten und dritten Trimenon der Schwangerschaft signifikant ab. Der heranwachsende Fötus benötigt für seine Entwicklungsprozesse, ebenso wie die sich entwickelnde Plazenta, große Mengen Zink, die der werdenden Mutter entzogen werden. In diesem Fall kann es leicht zu einer Erschöpfung des mütterlichen Zinkvorrates kommen, welcher besondere Beachtung zu schenken ist. Wird der erhöhte Zinkbedarf der Schwangeren nicht ausreichend gedeckt, so resultiert eine intrauterine Mangelversorgung des Fötus, die Wachstumsretardierungen zur Folge haben kann. Verschiedene Untersuchungen ergaben zudem Hinweise auf eine Korrelation zwischen mütterlichem Zinkmangel und einer erhöhten Inzidenz kindlicher Fehlbildungen (Spina bifida, Lippen-, Gaumenspaltung, Hydrocephalos, Missbildungen an Skelett, Herz, Luge, Urogenitalsystem.)

Vor wenigen Wochen wurde eine thailändische Untersuchung veröffentlicht, die einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Geburtsgewicht des Kindes und der Zinkversorgung der Mutter aufklären sollte. Dazu wurden die Zinkplasma-Spiegel von 405 Frauen mit normalverlaufender Schwangerschaft untersucht. Die Gewinnung der Proben erfolgt mehrmals während der Schwangerschaft und unmittelbar vor der Geburtsphase. Es ergab sich in dieser Studie eine direkte Korrelation zwischen dem mütterlichen Zinkstatus und und dem Geburtsgewicht des Kindes: die Frauen mit den untergewichtigen Babys wiesen einen signifikant niedrigeren Zinkspiegel auf als die Probanden, die ein normalgewichtiges Kind zur Welt brachten. Den Zinkwerten von schwangeren und stillenden Frauen sollte im Hinblick auf eine Vermeidung von Wachstums- und Entwicklungsstörungen der heranwachsenden Kinder größte Aufmerksamkeit entgegengebracht werden und eine Substitution mit Zink (z.B. mit UnizinkZ? 50, Köhler Pharma) rechtzeitig in Erwägung gezogen werden.

Roungsipragarn, R. et al.; J. Med. Assoc. Thai., 82, 2, 178- 91, 1999

Verfasserin
Dr. Michaela Döll Gartenweg 20 D - 67157 Wachenheim
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