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Medizinische Infos
Ernährung - Nahrungsergänzung
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Gesundheitstelefon vom 1. bis 15. Oktober 2000
Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren, Sie hören das Gesundheitstelefon der
Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
Heute informieren wir Sie über das Thema: Nahrungsmittelergänzung -
was ist drin und dran?
Der deutsche Lebensmittelmarkt wird zur Zeit von Nahrungsergänzungsmitteln
geradezu überschwemmt. Dabei vermittelt die Werbung Verbraucherinnen und Verbrauchern
den Eindruck, dass eine ausreichende Ernährung durch die üblichen und vertrauten Lebensmittel
für den modernen Menschen heute nicht möglich sei.
Lebensmittel dienen der Ernährung, also der Zufuhr der Stoffe, die zur Aufrechterhaltung des
Stoffwechsels und damit für alle Lebensvorgänge zuständig sind. Zu diesen
Nährstoffen zählen Eiweiß, Fette und Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und auch Ballaststoffe.
Bei Nahrungsergänzungsmitteln handelt es sich meist um einen oder mehrere dieser Nährstoffe in
konzentrierter Form. Sie werden, wie Arzneimittel, als Tabletten, Dragees, Kapseln und Pulver
angeboten. Vielfach kann man sie auch in flüssiger Form als Tropfen oder Trinkampullen erwerben.
Sie sollen unsere Nahrung dann ergänzen, wenn auf Grund einseitiger oder unzureichender
Ernährung ein Mangel droht.
Eine Nahrungsmittelergänzung ist dann sinnvoll, wenn beispielsweise bei Schwangeren und Frauen
mit Kinderwunsch ein erhöhter Bedarf an dem B-Vitamin Folsäure besteht. Ältere Menschen sind durch
Osteoporose gefährdet. Hier ist eine zusätzliche Einnahme von Kalziumpräparaten sinnvoll.
Bei jüngeren Frauen kann die Nahrungsergänzung durch ein eisenhaltiges Präparat notwendig sein.
Doch nicht immer sind Nahrungsmittelergänzungen sinnvoll und gesundheitsfördernd. Vielen
Verbraucherinnen und Verbrauchern ist nicht bekannt, dass bei der Einnahme von Vitamin-
und Mineralstoffpräparaten sogar Gefahren lauern können, wenn sie in hohen Dosen eingenommen
werden. Wem Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente als Nahrungsergänzung von Ärztin oder
Arzt verschrieben wurden oder wer glaubt, diese als Ergänzung zu benötigen, sollte daher unbedingt
auf die Mengen achten und vorgegebene tägliche Höchstmengen bei der Einnahme nicht
überschreiten. Vorsicht ist bei Produkten geboten, die keine genauen Angaben zu Dosierung und Maximalwerten besitzen.
Häufig werden sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln in der Werbung auch wunderbare Wirkungen
zugesprochen, wie Apfelessig-Extrakten in Kapseln. Diese sollen nicht nur schlank machen, sondern
das Wohlbefinden allgemein erhöhen. Mit Apfelessig gefüllte Kapseln enthalten jedoch
Nährstoffe nur noch in Mikromengen, die für die Ernährung völlig unbedeutend sind.
Von schlankmachender Wirkung kann keine Rede sein und das Wohlbefinden ergibt sich
allenfalls aus dem Glauben. Hier wäre es gesünder und billiger, gleich einen Apfel zu essen.
Sinnvoller als der Konsum von vielfältigen Nahrungsergänzungsmitteln ist es in jedem
Fall, sich daran zu erinnern, das beispielsweise Beta-Carotin und die Vitamine E und C
nicht in Form von Tabletten, Kapseln oder Ampullen eingenommen werden müssen, sondern in
zahlreichen Lebensmitteln enthalten sind. So sind zum Beispiel Karotten reich an
Beta-Carotin, das im Körper zu dem für den Sehprozess wichtigen Vitamin A umgewandelt werden kann.
Nüsse enthalten Vitamin E, das ebenso wie Vitamin C und Beta-Carotin, eine Vielzahl von günstigen
physiologischen Eigenschaften besitzt.
Es kann zum Beispiel im Organismus besonders reaktionsfähige Stoffe abfangen und hat
somit eine schützende Wirkung. Das Vitamin C mit seinen positiven Effekten auf das
Abwehr- und Immunsystem ist zum Beispiel in Brokkoli, Kohl, Paprika und Obst enthalten.
Darüber hinaus liegt ein Vorteil der Ernährung durch übliche Nahrungsmittel darin, dass
durch ihren Verzehr eine gesunde Mischkost gefördert wird, zusätzliche Ballaststoffe und
Pflanzeninhaltsstoffe aufgenommen werden und man letztlich auch etwas für die Zähne tut.
Auch wenn Nahrungsmittelergänzungen in der Werbung positive Effekte für die Gesundheit
zugeschrieben werden, wie die Verbesserung des körperlichen Leistungsvermögens,
die Steigerung der Konzentrations- und Merkfähigkeit oder den Schutz vor Arteriosklerose,
warnen Ernährungswissenschaftler vor diesen Produkten, die letztlich auf den Wunsch nach
schnellen und bequemen Lösungen treffen, ohne dass liebgewordene Gewohnheiten verändert
werden müssen. Solche "maßgeschneiderten Gesundheitsprodukte" sind daher auf dem Markt
zwar sehr erfolgreich, sie können jedoch eine vollwertige und ausgewogene Ernährung nicht
ersetzen. Sicher ist, Essen und Trinken, das Sie gesund erhält und lecker schmeckt,
kommt ohne Nahrungsmittelergänzungen aus und ist zudem preiswerter.
Wenn Sie darüber hinaus an Informationen zu Lebensmitteln interessiert sind, denen
Vitamine oder Mineralstoffe zugesetzt worden sind, können Sie die Broschüre
"Nährstoffangereicherte Lebensmittel" unter folgender Adresse anfordern:
Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Karmeliterplatz 3, 55116 Mainz
Bitte vergessen Sie nicht 1,10 DM Rückporto in Briefmarken beizulegen.
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