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Medizinische Infos
Diabetes - Typ 1 oder Typ 2?
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Der Diabetes mellitus wird in zwei große Gruppen eingeteilt:
den Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2.
Typ 1: Ohne Insulin geht nichts!
Die Bauchspeicheldrüse sondert eine Flüssigkeit in den Darm ab, die die Nahrung so zerlegt, dass sie über die Darmschleimhaut aufgenommen werden kann. In der Bauchspeicheldrüse befinden sich viele kleine Drüsen, die sogenannten Langerhans`schen Inseln, die mit der Verdauungsfunktion gar nichts zu tun haben. Diese Inseln produzieren Hormone, die sie ins Blut abgeben. Eines dieser Hormone ist Insulin.
Zucker (Glucose) wird über die Darmschleimhaut aufgenommen und befindet sich zunächst im Blut. Glucose wird von jeder Zelle des menschlichen Körpers als Energielieferant benötigt. Ohne Glucose ist die Zelle nicht lebensfähig, da Glucose die Nahrung für die Zelle ist. Die Glucose befindet sich nun aber im Blut und kann nicht über die Zellwand in die Zelle eindringen. Zur Aufnahme von Glucose in die Zelle ist Insulin notwendig. Ohne Insulin wird die Glucose aus dem Darm aufgenommen und steigt im Blut immer weiter an. Sie kann aber nicht in die Zelle eindringen.
Der Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Erkrankung, bei der die Inseln zerstört sind, d.h. es wird kein Insulin mehr produziert. Die Ursache,
warum die Inseln zerstört werden, ist nicht genau bekannt. Man weiß, dass das eigene Abwehrsystem, das normalerweise in den Körper eindringende Bakterien und Viren abtötet, nun plötzlich beginnt, die Inseln zu zerstören.
Diese Erkrankung tritt meistens bei Kindern und Jugendlichen auf, in seltenen Fällen können jedoch auch Erwachsene diese Krankheit bekommen. Beim Diabetes mellitus Typ 1 tritt der Insulinmangel plötzlich auf, er führt zu schnell und stark ansteigenden Blutzuckerspiegeln und verursacht Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen. Die Atemluft riecht nach Azeton (vergleichbar mit Nagellackentferner), der Patient hat eine angestrengte tiefe Atmung, seine Muskeln fühlen sich schwer an, er ist müde, schläfrig. Der Patient schwebt in akuter Lebensgefahr.
Da es bisher keine Möglichkeiten gibt, die abgestorbenen Inseln wieder zur Insulinproduktion anzuregen, ist bei Diabetes mellitus Typ 1 immer eine Insulinbehandlung erforderlich. Die Insulinbehandlung muss so erfolgen, dass der Patient normale Blutzuckerwerte hat. Mit einer modernen Insulintherapie ist dieses in der Regel erreichbar. Ist die Blutzuckereinstellung schlecht, treten nach ca. 10 Jahren Spätschäden auf, die die Augen, die Nieren, die Nerven und die Gefäße und somit auch das Herz betreffen. Durch diese Folgeschäden wird die Lebensqualität und die Lebenserwartung des Patienten eingeschränkt. Bei guter Blutzuckereinstellung lässt sich dies vermeiden.
Typ 2: Bewegungsmangel und Übergewicht machen krank!
Der Diabetes mellitus Typ 2 tritt meist im mittleren bis höheren Alter auf. Er kommt in Familien mit Diabetes mellitus Typ 2 gehäuft vor. 80 Prozent der Kinder von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 bekommen ebenfalls einen Diabetes mellitus.
Beim Diabetes mellitus Typ 2 liegt zunächst kein Insulinmangel vor. Aufgrund von Bewegungsmangel und Übergewicht kommt es zu einem Ansteigen der Insulinkonzentration im Blut. Die Rezeptoren an der Zellwand werden unempfindlich für das Insulin und die Inseln müssen immer mehr Insulin produzieren, um die Blutzuckerspiegel noch normal zu halten. Diese Vorstufe des Diabetes mellitus Typ 2 nennt man eine gestörte Glukosetoleranz.
Da diese Patienten häufig mit steigendem Alter weiter zunehmen und sich noch weniger bewegen, reicht irgendwann die Insulinproduktion nicht mehr aus, um die Blutzuckerwerte im Normbereich zu halten. Dann steigen die Blutzuckerspiegel an, obwohl der Patient sehr hohe Insulinspiegel hat.
Die Behandlung besteht daher zunächst in einer Umstellung der Lebensweise, d.h. einer gesunden Ernährung und mehr Bewegung. Wird damit das Ziel einer normalen Einstellung nicht erreicht, müssen zusätzlich Medikamente in Form von Tabletten oder Insulin eingesetzt werden. Auch hier treten sonst nach ungefähr 10 Jahren die Folgeschäden auf, die die Lebensqualität und die Lebenserwartung stark beeinträchtigen.
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