Der Protest gegen die Folgen der Gesundheitsreform hat eine Form gesucht und gefunden. Immer mehr Patienten geben jetzt sprichwörtlich ihren Löffel ab. Der "Letzte-Hemden-Ausstatter" des Kanzler, Christian Stein, hat sein Herz für "Ulla" entdeckt hat und rührt kräftig im Internet die Werbetrommel für die Unterstützung der Gesundheitsministerin. Und alle helfen.
So hat z.B. die Belegschaft einer Elektrofirma 321 Löffel auf eine Palette geklebt und nach Berlin geschickt. "Ausdrucksstärker kann man seinen Beifall für die Gesundheitsreform kaum ausdrücken. Es sei denn man nagelt sie gleich an das besagte "Brett vorm Kopf" der Politiker, die für diese Gesundheitsreform Verantwortung tragen."
Die Patienten sind die Verlierer der Reform. Heimbewohner insbesondere. Darüber ist bereits viel geschrieben worden. Da es aber keine Gewinner gibt, die Reform unter dem Strich auch keine Probleme im Gesundheitswesen löst, wird es für die Patienten bald noch viel dicker kommen.
Ein Wahljahr ist nicht in Sicht. Auch kein Politiker, der dies ernsthaft verhindern möchte oder könnte. Deshalb ist es ganz wichtig, dass die Patienten jetzt ihre Ohnmacht abstreifen und den Politikern durch geeignete Aktionen ihre Grenzen aufzeigen. Man kann nicht seine Diäten kräftig erhöhen und gleichzeitig den Heimbewohnern den letzten Cent persönlicher Freiheit stehlen. Mit Demokratie hat diese Selbstbedienungspolitik nichts zu tun. Mit gutem Stil noch weniger.
Der Duisburger Apotheker und Aktionskünstler Rudolf Kley weist schon seit längerer Zeit auf die negativen Folgen der Gesundheitsreform hin und nimmt in seiner Apotheke die Löffel der Patienten für ein Gesundheitsmahnmal in Berlin entgegen. "Damit die Gesundheit der Patienten nicht ganz vergessen wird!"
Christian Stein hatte davon gelesen und die Idee sofort aufgegriffen. "Die "Löffeldemo" ist fast noch besser angelaufen als damals die Hemdenaktion." Der Aufruf des selbständigen Kaufmanns seinerzeit, Bundeskanzler Schröder per Post das sprichwörtlich "letzte Hemd" zu schicken, hatte immerhin dazu geführt, dass etwa 40000 Hemden im Bundeskanzleramt ankamen. "Ulla braucht noch viel mehr Löffel, um die Suppe auszulöffeln, die sie uns mit ihrer Gesundheitsreform eingebrockt hat."
Jetzt traf sich das "Löffelduo" Kley/Stein zum ersten Mal persönlich zur Vorbesprechung eines Fernsehtermins und der Berliner Aktion. Dabei stellte der Apotheker sein Löffelplakat "Hier offizielle Löffelsammelstelle" vor, das sich jeder, der in größerem Umfang Löffel sammeln will, aus dem Internet herunterladen kann. (www.deapo.de).
Dass sich das Sammeln auch in ganz anderer Hinsicht lohnen kann, beweist seine jüngste Aktion "Löffelattacke" Für hundert Löffel gibt es ein Bild, einen Original-Kley, dass der Künstler speziell für diesen Zweck gemalt hat: "Da steht Löffelattacke drauf und da ist auch Löffelattacke drin! Nicht diese Falschetikettierung wie bei der Gesundheitsreform!"
Werke von Kley sind immerhin in div. privaten und öffentlichen Sammlungen zu finden. Und den Guinnessrekord im Malen hält er auch immer noch. Näheres hierzu findet man auch im Internet. Man muss nur "Löffelattacke" in irgendeine Suchmaschine eingeben.
Christian Stern erinnert sich gerne an den Anfang der Zusammenarbeit: "Als ich im Herbst 2003 von der Aktion den Löffel abzugeben hörte, war ich spontan begeistert. Passte dieses doch hervorragend zur Aktion Letztes Hemd. Schnell wurde eine Power Point Präsentation zu "Wir geben jetzt den Löffel ab - oder - Lasst uns mal der Ulla helfen" erstellt und übers Internet verbreitet. Bislang trudelten Tausende von Löffeln beim Gesundheitsministerium ein. Da freut sich die Ulla, die mit den vielen Löffeln jetzt die Gesundheitsreformsuppe wieder auslöffeln kann.
Und jetzt geht`s erst richtig los. Zur Zeit werden zielgruppenorientierte Mailings an Ärzte, Apotheker, Krankenhäuser, Pflegedienste und Altenheime vorbereitet. Ziel ist es, dass dort Löffel gesammelt werden, welche im Frühjahr, im Rahmen eines Events, in Berlin am Gesundheitsministerium übergeben werden sollen. Jetzt aber schnell - helft der Ulla und gebt alle den Löffel ab!"
Quelle: www.deapo.de,
die Internet-Arznei von Apotheker Rudolf Kley
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